Versuchte Brandstiftung und versuchtes Tötungsdelikt in Cochem am 27.10.2018

Erstmitteilung - 2060 Js 71886/18 -

 

 

Die Staatsanwaltschaft Koblenz führt u.a. wegen des Verdachts des versuchten Totschlags und der versuchten Brandstiftung ein Ermittlungsverfahren gegen einen 32 Jahre alten rumänischen Staatsangehörigen aus der Moselregion. 

Dem zur Tatzeit erheblich alkoholisierten Beschuldigten wird zur Last gelegt, am 27.10.2018 gegen 20.00 Uhr in einer Gaststätte in Cochem einen mitgeführten Molotowcocktail in ein Gläserregal geworfen zu haben. Infolge des sich daraus ergebenden Brandes eines Teils der Tapete des Gastraumes und von dort befindlichen Gegenständen kam es zu erheblichen Sachschäden. Anschließend habe der Beschuldigte den Betreiber der Gaststätte mit einem Schlaggegenstand, einem sogenannten „Totschläger“, angegriffen und ihn erheblich am Kopf verletzt. Eine Lebensgefahr des Geschädigten bestand nicht. 

Diesem gelang es vielmehr, vom Tatort zu fliehen. Der Beschuldigte folgte ihm und bedrohte ihn dabei mit dem Tode. Er konnte kurz darauf in Tatortnähe durch zwischenzeitlich alarmierte Polizeikräfte festgenommen werden und wurde der zuständigen Ermittlungsrichterin des Amtsgerichts Koblenz vorgeführt, die am 28.10.2018 Untersuchungshaft wegen des dringenden Tatverdachts des versuchten Totschlags, der gefährlichen Körperverletzung, der versuchten schweren Brandstiftung, eines strafbaren Verstoßes gegen das Waffengesetz und wegen Bedrohung angeordnet hat. Der Haftbefehl wird derzeit vollzogen. 

Zu den näheren Hintergründen der Tat, insbesondere zu dem Motiv des Beschuldigten, können Angaben derzeit nicht gemacht werden, da Feststellungen hierzu noch weiterer Ermittlungen bedürfen. Von Nachfragen bitte ich daher abzusehen.

 

Rechtliche Hinweise:

 

Wegen Totschlags macht sich gemäß § 212 StGB strafbar, wer einen Menschen tötet, ohne Mörder zu sein. Der Versuch ist strafbar. Das Gesetz droht hierfür Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren an.

 

Eine gefährliche Körperverletzung gemäß § 224 StGB begeht u.a., wer einen anderen mittels einer Waffe oder eines anderen gefährlichen Werkzeugs verletzt. Die gefährliche Körperverletzung ist mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren, in minder schweren Fällen mit Freiheitsstrafe zwischen drei Monaten und fünf Jahren bedroht.

 

Wegen eines Vergehens nach § 52 des Waffengesetzes macht sich u.a. strafbar, wer verbotene Gegenstände wie Totschläger oder Gegenstände mit sich führt, bei denen leicht entflammbare Stoffe so verteilt und entzündet werden können, dass schlagartig ein Brand oder eine Explosion entstehen kann. Das Gesetz droht hierfür Freiheitsstrafe zwischen sechs Monaten und fünf Jahren an.

 

Eine schwere Brandstiftung gemäß § 306a StGB begeht, wer eine Räumlichkeit, die dem Aufenthalt von Menschen dient, in Brand setzt, sofern die Tat zu einer Zeit geschieht, in der Menschen sich dort aufzuhalten pflegen. Hierfür droht das Gesetz Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr an.

 

Eine Bedrohung gemäß § 241 StGB begeht, wer einen Menschen mit der Begehung eines gegen ihn gerichteten Verbrechens bedroht. Das Gesetz droht hierfür Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr an.

 

Ein Haftbefehl wird erlassen, wenn gegen einen Beschuldigten ein dringender Tatverdacht und ein Haftgrund bestehen. Der Haftbefehl dient allein der ordnungsgemäßen Durchführung des staatsanwaltschaftlichen und, sofern es zur Anklageerhebung kommt, des gerichtlichen Verfahrens. Der Erlass eines Haftbefehls bedeutet mithin nicht, dass gegen den Verhafteten bereits ein Tatnachweis geführt ist oder zu führen sein wird. Für den Beschuldigten gilt vielmehr weiterhin in vollem Umfang die Unschuldsvermutung.

gez. Kruse, Leitender Oberstaatsanwalt