Versuchtes Tötungsdelikt in der Verbandsgemeinde Diez am 19.08.2019

Folgemitteilung - 2070 Js 50135/19 -

Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat gegen einen jugendlichen deutschen Staatsangehörigen aus der Verbandsgemeinde Diez Anklage zu einer Jugendkammer des Landgerichts Koblenz wegen des Verdachts des versuchten Mordes und der gefährlichen Körperverletzung in zwei Fällen erhoben.

In der im November 2019 erhobenen Anklage wird dem seit dem 19.08.2019 in Untersuchungshaft befindlichen Angeklagten zur Last gelegt, in der Nacht zum 19.08.2019 seine mit ihm in einer Ortsgemeinde der Verbandsgemeinde Diez in häuslicher Gemeinschaft lebenden Pflegeeltern heimtückisch jeweils mehrfach mit einem Küchenmesser attackiert und hierdurch lebensgefährlich verletzt zu haben. Nach erfolgreich erfolgter stationärer ärztlicher Behandlung ist der Gesundheitszustand der Pflegeeltern zwischenzeitlich stabil.

Nähere Einzelheiten zum Tatgeschehen und zur Persönlichkeit des jugendlichen Angeklagten können wegen dessen besonders schutzwürdigen privaten Interessen (§ 12a Abs. 2 Ziffer 3 Landesmediengesetz) nicht mitgeteilt werden. Denn insoweit hat der Gesetzgeber durch seine Entscheidung, die Hauptverhandlung der Öffentlichkeit zu entziehen (§ 48 Jugendgerichtsgesetz), zum Ausdruck gebracht, dass die Interessen jugendlicher Angeklagter großes Gewicht haben.

Die Jugendkammer des Landgerichts Koblenz hat das Hauptverfahren eröffnet und Termin zur nicht öffentlichen Hauptverhandlung auf den 07.01.2020 bestimmt. Bitte wenden Sie sich wegen weiterer Einzelheiten zum Verlauf des gerichtlichen Verfahrens an die Pressestelle des Landgerichts Koblenz.

Rechtliche Hinweise:

Wegen Mordes macht sich u.a. strafbar, wer einen Menschen heimtückisch tötet. Der Versuch ist strafbar.

Eine gefährliche Körperverletzung begeht u.a., wer einen anderen mittels einer Waffe oder eines anderen gefährlichen Werkzeugs verletzt. Der Versuch ist strafbar.

Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage, wenn sie aufgrund der Ermittlungen zu dem Ergebnis gelangt, dass eine Verurteilung der Angeschuldigten wahrscheinlicher als ihr Freispruch ist. Allein mit der Erhebung einer Anklage ist weder ein Schuldspruch noch eine Vorverurteilung der Betroffenen verbunden.

Im Bereich des Jugendstrafrechts, das auf den zur Tatzeit minderjährigen Angeklagten anzuwenden ist, beträgt das Höchstmaß der Strafe gemäß § 18 Jugendgerichtsgesetz fünf Jahre und bei Verbrechen, auch dem versuchten Mord, für den nach dem allgemeinen Strafrecht eine lebenslängliche Höchststrafe angedroht ist, zehn Jahre. Die Strafrahmen des Strafgesetzbuches gelten für Jugendliche nicht.

 

gez. Harald Kruse, Leitender Oberstaatsanwalt
Leitender Oberstaatsanwalt