Schulhofparty in Cochem - Verletzung eines Schülers

Folgemitteilung zur hiesigen Presseerklärung vom 09.12.2020

Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat Mitte Juni 2021 das Ermittlungsverfahren zur Klärung der Geschehensabläufe am frühen Morgen des 05.12.2020 auf dem Schulgelände des Martin-von Cochem-Gymnasiums in Cochem und damit einhergehender möglicher Straftaten gemäß § 170 Abs. 2 Strafprozessordnung eingestellt.

Trotz der ausgesprochen zeit- und personalintensiv geführten polizeilichen und staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen konnte in Verbindung mit den durchgeführten rechtsmedizinischen Untersuchungen nicht zweifelsfrei geklärt werden, ob die bei dem Jugendlichen festgestellten Kopfverletzungen auf eine äußere Gewalteinwirkung – etwa in Form eines Stoßes – oder auf ein Sturzgeschehen ohne Fremdbeteiligung zurückzuführen sind. Ebenfalls nicht geklärt werden konnte die Identität der vor Ort erschienenen maskierten Täter, die auf der Party mehrere Schüsse aus einer Schreckschusswaffe abgegeben und sich in diesem Zusammenhang wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz strafbar gemacht haben sollen.

Weitere erfolgversprechende Ermittlungsansätze sind derzeit nicht ersichtlich. Sollten jedoch neue Erkenntnisse zur Aufhellung des Tatgeschehens vorliegen, wird eine Wiederaufnahme der Ermittlungen geprüft.

Rechtliche Hinweise:

Die Staatsanwaltschaft ermittelt, sobald ihr zureichende tatsächliche Hinweise darauf bekannt werden, dass eine Straftat begangen worden ist (§ 152 Abs. 2 StPO). Die Schwelle des sogenannten Anfangsverdachts ist daher vergleichsweise niedrig.

Gemäß § 170 Abs. 2 StPO ist ein Verfahren einzustellen, wenn die Ermittlungen keine überwiegende Verurteilungswahrscheinlichkeit ergeben. Dies ist üblicherweise dann der Fall, wenn ein Tatnachweis aus Sicht der Staatsanwaltschaft nicht hinreichend sicher geführt werden kann, geschieht aber auch, wenn die Ermittlungen keine Hinweise darauf ergeben haben, dass sich eine Straftat überhaupt ereignet hat.

gez. Kruse, Leitender Oberstaatsanwalt