Schüsse in Breitscheid am 30.09.2022

 

Am 30.09.2022 wurden gegen 14 Uhr in Breitscheid im Kreis Neuwied eine 74jährige Frau und deren 34jährige Tochter durch Schüsse schwer verletzt. Beide erlitten mehrere Schussverletzungen und befinden sich weiterhin in stationärer Behandlung. Ihr Zustand ist momentan stabil.

Die 74jährige Verletzte konnte zwischenzeitlich bereits Angaben machen. Sie hat als mutmaßlichen Täter einen 55jährigen Mann identifiziert, der im Verdacht steht, am Vormittag des 30.09.2022 im Dormagener Stadtteil Hackenbroich einen 36jährigen Mann erschossen zu haben. Der 55jährige kosovarische Staatsangehörige ist am selben Tag gegen 17 Uhr in Dormagen mit einer Schussverletzung aufgefunden worden, der er nachfolgend erlag.

Zu den Hintergründen der Schüsse auf die Frauen in Breitscheid können derzeit noch keine näheren Aussagen getroffen werden. Allerdings kannten sich die verletzten Frauen und der 55jährige mutmaßliche Schütze, der in Dormagen gelebt und sich zeitweilig auch in Breitscheid aufgehalten haben soll.

Die weiteren Abklärungen betreffen die Prüfung und Verifizierung bislang gewonnener Erkenntnisse und dienen damit auch dem Ausschluss etwaiger anderer Tatbeteiligter.

Polizei und Staatsanwaltschaft stehen in enger Verbindung mit den zuständigen Ermittlungsbehörden in Nordrhein-Westfalen. Federführend ist dort die Staatsanwaltschaft Düsseldorf. Daher können durch die Staatsanwaltschaft Koblenz derzeit keine weiteren Auskünfte zu den Vorgängen in Nordrhein-Westfalen erteilt werden.

Rechtlicher Hinweis:
Gemäß § 152 Absatz 2 der Strafprozessordnung ist die Staatsanwaltschaft verpflichtet zu ermitteln, wenn ihr zureichende tatsächliche Anhaltspunkte für verfolgbare Straftaten bekannt werden. Die Aufnahme von Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft bedeutet mithin weder, dass Beschuldigte eines Ermittlungsverfahrens sich tatsächlich strafbar gemacht hätten, noch, dass für ihre spätere Verurteilung eine überwiegende Wahrscheinlichkeit bestünde. Vor einer rechtskräftigen Verurteilung gilt vielmehr die Unschuldsvermutung für beschuldigte Personen. Der Tod einer beschuldigten Person stellt ein Verfahrenshindernis für eine Strafverfolgung gegen sie dar und ändert nichts an der fortgeltenden Unschuldsvermutung.

 

In Vertretung

gez. Dr. Moll, Oberstaatsanwalt