Messerangriff in Bad Ems am 21.08.2019

Folgemitteilung - 2060 Js 51018/19-

Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat gegen den 43 Jahre alten deutschen Staatsangehörigen aus dem Rhein-Lahn-Kreis Anklage zum Amtsgericht – Schöffengericht - Lahnstein wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung, des unerlaubten Führens einer Schreckschusswaffe sowie des versuchten besonders schweren Falls des Diebstahls erhoben.

In der Anfang Dezember 2019 erhobenen Anklage wird dem Angeschuldigten zur Last gelegt, am späten Nachmittag des 21.08.2019 im Bereich des Kurparks in Bad Ems einen 35jährigen polnischen Staatsangehörigen mit einem Messer und einer unerlaubt mitgeführten Schreckschusswaffe sowie mit Schlägen und Tritten angegriffen und hierbei erheblich verletzt zu haben. Aufgrund der erlittenen Verletzungen wurde der Geschädigte in einem Krankenhaus sieben Tage lang stationär behandelt.


Darüber hinaus soll der Angeschuldigte am 15.07.2019 versucht haben, in eine Arztpraxis in Bad Ems einzubrechen, um dort Medikamente zu stehlen. An der Vollendung der Tat wurde er jedoch durch die alarmierte Polizei gehindert. 
 

Der zunächst in Untersuchungshaft befindlich gewesene Angeschuldigte ist seit Anfang September 2019 in einem psychiatrischen Krankenhaus vorläufig untergebracht. Denn nach dem vorläufigen Ergebnis einer psychiatrischen Untersuchung soll er an einer die Schuldfähigkeit beeinträchtigenden Erkrankung leiden. Der Angeschuldigte räumt die Taten ein. Termin zur Hauptverhandlung ist noch nicht bestimmt. Bitte wenden Sie sich wegen weiterer Einzelheiten zum Verlauf des gerichtlichen Verfahrens an die Pressestelle des Amtsgerichts Lahnstein.

Rechtliche Hinweise:

Eine gefährliche Körperverletzung gemäß § 224 StGB begeht u.a., wer einen anderen mittels einer Waffe oder eines anderen gefährlichen Werkzeugs verletzt. Das Gesetz droht eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren an.

Wegen eines Vergehens nach § 52 des Waffengesetzes macht sich u.a. strafbar, wer eine Schreckschusswaffe mit sich führt, ohne im Besitz einer hierfür erforderlichen Erlaubnis (sog. kleiner Waffenschein) zu sein. Das Gesetz droht hierfür eine Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren an.

Einen besonders schwereren Fall des Diebstahls gemäß § 243 StGB begeht u.a., wer mit einem nicht zur Öffnung bestimmten Werkzeug in ein Gebäude eindringt, um daraus zu stehlen. Hierfür droht das Gesetz eine Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu zehn Jahren an.
 

Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage, wenn sie aufgrund der Ermittlungen zu dem Ergebnis gelangt, dass eine Verurteilung des Angeschuldigten wahrscheinlicher als ein Freispruch ist. Allein mit der Erhebung einer Anklage ist weder ein Schuldspruch noch eine Vorverurteilung der Angeschuldigten verbunden. Es gilt nach wie vor die Unschuldsvermutung. Gleiches gilt auch in dem Fall, in dem ein Angeschuldigter sich in Untersuchungshaft befindet oder in einem psychiatrischen Krankenhaus vorläufig untergebracht ist.

gez. Harald Kruse
Leitender Oberstaatsanwalt