Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs von Kindern gegen bisherigen Mitarbeiter einer Kindertagesstätte

Erstmitteilung - 2070 Js 37390/21 -

 

Die Staatsanwaltschaft Koblenz ermittelt gegen einen früheren Mitarbeiter einer Kindertagesstätte im Landkreis Mayen-Koblenz u.a. wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs von Kindern.

Das Ermittlungsverfahren gegen den 32jährigen deutschen Staatsangehörigen geht auf eine am 01.07.2021 bei der Polizei erstattete Strafanzeige des Vaters eines fünfjährigen Kindes zurück. Dem in unmittelbarer Folge durch den Träger der Kindertagesstätte von seinen Aufgaben entbundenen Beschuldigten liegen sexuell motivierte Übergriffe auf in der Einrichtung betreute Kinder zur Last.

Der Beschuldigte wurde heute festgenommen und befindet sich aufgrund Haftbefehls des Amtsgerichts Koblenz vom heutigen Tag in Untersuchungshaft.

Zur Vermeidung einer Gefährdung der laufenden Ermittlungen und mit Blick auf die schutzwürdigen Interessen der am Verfahren beteiligten Personen, insbesondere der betroffenen Kinder, können weitere Auskünfte auf absehbare Zeit – auch auf Nachfrage – nicht erteilt werden.

 

Rechtliche Hinweise:

Gemäß § 152 Absatz 2 der Strafprozessordnung ist die Staatsanwaltschaft verpflichtet zu ermitteln, wenn ihr zureichende tatsächliche Anhaltspunkte für verfolgbare Straftaten bekannt werden. Die Aufnahme von Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft bedeutet mithin weder, dass Beschuldigte eines Ermittlungsverfahrens sich tatsächlich strafbar gemacht hätten, noch, dass für ihre spätere Verurteilung eine überwiegende Wahrscheinlichkeit bestünde.

Vor einer rechtskräftigen Verurteilung gilt vielmehr weiterhin die Unschuldsvermutung. Hieran ändert auch der Erlass eines Haftbefehls nichts. Ein Haftbefehl wird vom Gericht erlassen, wenn gegen die beschuldigte Person ein dringender Tatverdacht und ein so genannter Haftgrund bestehen. Der Erlass eines Haftbefehls bedeutet mithin nicht, dass gegen eine verhaftete Person bereits ein Tatnachweis geführt worden wäre oder zu führen sein wird.
 

gez. Harald Kruse, Leitender Oberstaatsanwalt